Heilkräuter 

 

Der schöne warme Sommer ist vorbei und das nasskalte Herbstwetter kommt. Da ist eine Erkältung, ein kleiner Schnupfen oder ein Kratzen im Hals fast bei jedem vorprogrammiert…

 

Da es durch zu viel Medikamenteneinsatz, vor allem zu schnelles Einsetzen von Antibiotika dazu kommt, dass Bakterien und Viren Resistenzen gegen diese wichtigen Medikamente aufbauen und es dann bei wirklich schlimmen Erkrankungen keine wirksamen Hilfsmittel mehr gibt, bevorzuge ich es, keine Tabletten zu schlucken, wenn es nicht nötig ist!

 

Manchmal kann man sich auch gut auf die Hausmittelchen von Oma verlassen oder sich selbst aus getrockneten Kräutern einen Tee zubereiten oder selbst eine Salbe herstellen. 

 

Im Mittelalter haben die heilkundigen Frauen beinahe für jedes Wehwehchen ein Kraut gekannt. Ich interessiere mich sehr für die heilenden Kräfte von Pflanzen. Deshalb hier ein kleines Kräuterlexikon mit hilfreichen Anwendungen, Sammelzeiten und Bildern für diejenigen, die sich nicht so mit Pflanzen auskennen.

 

Pflanzen sammeln

 

Man kann Heilpflanzen beispielsweise in Apotheken kaufen oder selbst sammeln oder anbauen. Wenn man Kräuter selbst sammeln möchte, sollte man sich vorher belesen und sicher sein, dass man die Pflanzen erkennt. Schafgarbe, Löwenzahn und Spitzwegerich erkennt man sehr leicht, aber bei Baldrian oder Thymian wird es schon schwierig.

 

Wenn man Kräuter sammelt, sollte man darauf achten, dass sie nicht direkt an der Straße stehen oder an Feldern, da diese oft gedüngt oder mit Chemikalien behandelt werden. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln nicht gestattet und auch von geschützten Pflanzen sollte man die Finger lassen, um der Natur etwas Gutes zu tun. Man sammelt nie den gesamten Bestand weg, damit sich im nächsten Jahr wieder ein neuer Bestand entwickeln kann.

 

In seinem eigenen Kräutergarten kennt man normalerweise die Pflanzen, die man angebaut hat. Hier sollte man die Sammelzeiten beachten. Neben dem Monat spielt auch das Wetter und die Tageszeit eine wichtige Rolle.

 

 

Kleines Kräuterlexikon

  Echter Baldrian (Valeriana officinalis)

 

Der Echte Baldrian gehört zu den Geißblattgewächsen. Das bis zu 2 m hoch werdende Kraut blüht zart rose und erweckt den Eindruck, dass es sich um einen Doldenblütler handelt. Die kleinen zartrosa Blüten sind in einem endständigen, schirmrispigen Blütenstand zusammen-gefasst. Alle Blätter sind gefiedert, die im oberen Teil der Pflanze sind sitzend, im unteren gestielt. Der Stengel ist hohl, gefurcht und teilweise verzweigt. Die Pflanze bildet Rhizome aus.

 

 

 

Hauptanwendung:           Schlafstörungen und Nervosität

Wirkung:                        Beruhigend, Entspannend, Konzentrationsfördernd

 

Verwendete Teile:           Wurzeln, (Blüten)

Sammelzeit:                     Wurzeln-Oktober, Blüten-Juli/August

 

Als Einschlafhilfe oder gegen Nervosität hilft ein Baldrian-Wurzel Tee. Am besten als Kaltauszug. Dafür übergießt man 2 Teelöffel getrocknete oder frische Baldrianwurzeln mit einer Tasse kaltem Wasser und lässt das Gefäß 12 Stunden zugedeckt ruhen. Danach seiht man ab und erwärmt den Tee auf Trinktemperatur.

Man kann die Wurzeln auch mit heißem Wasser übergießen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Anstelle der Wurzeln können auch die Blüten verwendet werden.

Den Tee eine Stunde vor dem Einschlafen in kleinen Schlucken getrunken, wirkt entspannend und wohltuend.

 

Als Einschlafhilfe kann man sich aus den Blüten ein Baldrian-Kissen herstellen. Hierfür befüllt man einen kleinen Kissenbezug mit getrockneten Baldrian-Blüten. Als Ergänzung kann man auch Lavendel, Hopfen und Melisse dazugeben.